Half Dome im Yosemite Nationalpark

Der Half Dome ist wohl der bekannteste Berg im Yosemite Nationalpark und eines der beeindruckenden Wahrzeichen des Parks. Er liegt im Osten des Yosemite Valley und scheint mit seinen 2.693 m Höhe ü. NN und der senkrechten Nordwestwand etwa 1.500 m wie über dem Yosemite Valley zu thronen. Es wirkt, als wäre eine Hälfte des Half Dome mit einem Male abgebrochen. In Wirklichkeit aber entstand seine markante Form durch Gletscher während der Eiszeit.

Der Half Dome vom Glacier Point

Der Half Dome vom Glacier Point aus gesehen. Foto: privat

Der Half Dome bietet von mehreren Stellen im Yosemite Nationalpark ein eindrucksvolles Fotomotiv. Folgende Punkte bieten sich hierzu besonders an:

  • der Glacier Point (Zugang saisonabhänig mit Auto, Bus und Tageswanderungen).
  • die „Tunnel View“
  • im Yosemite Valley
  • der Olmsted Point
  • Parkbuchten entlang der Big Oak Flat Road

Permits für die Besteigung des Half Domes

Für viele Besucher, Wanderer und Kletterer stellt der Half Dome eine besondere Herausforderung dar. Dieser Herausforderung haben sich in den vergangenen Jahren täglich so viele Besucher gestellt, dass der Nationalpark Service gezwungen war, eine tägliche Maximalgrenze festzulegen um den Half Dome und die Natur zu schützen. Seit Anfang 2010 benötigen Besucher ein „Permit“, um den Half Dome besteigen zu können. Es werden täglich maximal 350 Wanderer für Aufstieg zugelassen. Außerdem ist der Zugang nur möglich, wenn es die Wetterbedingungen zulassen. Natürlich spielt auch der körperliche Zustand eine große Rolle. Nur erfahrene und fitte Wanderer ohne Höhenangst sollten sich bis auf den Gipfel wagen. Auch der kürzeste Weg (Mist Trail) vom Yosemite Valley bis zum Gipfel ist mit etwa 22,7 km Länge, knapp 1.500 Höhenmetern und einer Laufzeit von etwa 10 bis 12 Stunden sehr herausfordernd.

Wer bei den 350 Bergsteigern dabei sein möchte, der muss ein solches Permit beantragen. Es werden täglich 275 Permits für Tageswanderungen und 75 Permits für Backpacker vergeben. Backpaper benötigen grundsätzlich ein sogenanntes Wilderness Permit (mehr Infos unter https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/wildpermits.htm).

Um eines der 275 Permits für eine Tageswanderung zu erhalten, muss man an einer Verlosung auf regration.gov teilnehmen. Für die Wandersaison ist dies jährlich vom 01.März – 31. März im Voraus möglich („preseason lottery”). Außerdem sind täglich etwa 50 Permits in der sogenannten „daily lotterie” zu bekommen. Die Teilnahme an den Lotterien kostet 4,50$ (Stand: Dezember 2013) und wird auch bei Nicht-Berücksichtigung nicht zurückerstattet. Bei einem Zuschlag fallen weitere 8$ pro Person an (Stand: Dezember 2013).

In der „preseason lottery“ ist es möglich, für bis zu 6 Personen und bis zu 7 verschiedene Tage ein Permit zu beantragen. Die einzelnen Tagen kann man sogar priorisieren, falls für mehrere Tage eine Zuteilung möglich ist. Falls man für mehrere Wanderer Permits beantragt, muss ein sogenannter „trip leader“ und ein Stellvertreter angegeben werden. Bei Zuteilung gelten die Permits dann nur, wenn einer der beiden „trip leader“ auch tatsächlich dabei ist.

In der „daily lotterie” werden abhängig von der Rücklaufquote der „preseason lottery“ wärend der Saison täglich etwa 50 – 100 Permits verlost. Wichtig hierbei ist aber, dass die Verlosung nicht vor Ort geschieht, sondern ebenfalls online mindestens 2 Tage im Voraus. Will man also Mittwochs auf den Half Dome, so kann der Antrag montags ab 0 Uhr bis spätestens 13 Uhr gestellt werden. Man erhält die Info, ob man ein Permit zugeteilt bekommen hat, abends am Bewerbungstag.

Interessante Statistiken zur Erfolgsquote finden sich auf den Seiten des Nationalpark Services. Hilfreich, aber nicht wirklich verwundernd ist die Tatsache, dass für Freitage und Samstage etwa die Hälfte der Gesamtanträge eingehen. Wer also an der Verlosung für Sonntag – Donnerstag teilnimmt, hat deutlich bessere Chancen. Außerdem steigen die Erfolgschancen gegen Ende der Saison deutlich an. Laut der Statistik des NPS liegt sie für viele Tage unter der Woche Ende August und im gesamten September bei 100%!

Wandertouren bis zum Fuß des Half Domes

Park Ranger kontrollieren am Fuß des Half Domes die Permits für den Aufstieg bis zum Gipfel. Wer leider kein Glück bei den Lotterien hatte, kann zumindest bis zum Fuß des Half Domes wandern. Die drei möglichen Routen starten alle im Yosemite Valley an den Happy Isles. Die angegebenen Längen beziehen sich auf die komplette Strecke bis zum Gipfel. Folgende Routen führen zum Half Dome:

  • Mist Trail: ca. 22,7 km hin- und zurück.
  • John Muir Trail: ca. 26,1 km hin- und zurück.
  • Kombination Mist Trail und John Muir Trail: 24,3 km hin- und zurück.

Die Wege führen am Vernal und den Nevade Falls vorbei. Außerdem bieten sich immer wieder tolle Aussichten auf den Half Dome sowie den Liberty Cap.
Für die Wege muss man mit etwa 10 – 12 Stunden Wanderzeit rechnen. Es empfiehlt sich, sehr früh in den Morgenstunden bereits zum Sonnenaufgang zu starten um nicht unter Zeitdruck und im Dunkeln zurück laufen zu müssen. Hat man vor 15:30 Uhr den Gipfel nicht erreicht, empfiehlt der Nationalpark Service, umzukehren. Außerdem sollten man sich mit den Sonnenauf- und Untergangszeiten vertraut machen sowie für den Notfall eine Taschenlampe dabei zu haben. Kartenmaterial, genügend Wasser und Marschverpflegung sollte selbstverständlich sein.

Die Besteigung des Half Domes – Die „Half Dome Cables“

Der Blick vom Gipfel des Half Domes auf das Yosemite Valley und die High Sierra ist schlicht und einfach einzigartig. Um dieses Panorama genießen zu können, muss nach der Lotterie um die Permits noch der anspruchsvollste Teil des Weges gemeistert werden: die „Half Dome Cables“.

Für viele das Highlight der Wandertour auf den Gipfel des Half Domes, bieten die „Half Dome Cables“ Wanderern ohne Kletterausrüstung die Möglichkeit, die letzten etwa 125 Höhenmeter hinter sich zu lassen. Die Kletterhilfe besteht aus zwei etwa 1,5 Meter über dem Boden montierten Kabelstränge mit Trittbrettern und ist etwa vom Wochenende vor dem Memorial Day (letzter Montag im Mai) bis zum Columbus Day (zweiter Montag im Oktober) angebracht. Dieser Teil ist wie schon angesprochen der anspruchsvollste Teil der Wanderung. Aus diesem Grund sollten nur körperlich und geistig fitte Wanderer mit den „Half Dome Cables“ die letzten Meter klettern.

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